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Selbstbauer von neuen Booten und solche die es werden wollen. |
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Themen-Optionen |
#1
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Hallo boote-forum Leser,
Seit vielen Monaten lese ich hier schon "heimlich" mit. Nun wird's Zeit, dass ich mich mal oute. Vor ein paar Wochen habe ich mein erstes Boots-Selbstbauprojekt erfolgreich abgeschlossen. Nun, nach dem "Happy End", habe ich endlich etwas Zeit und auch den Mut gefasst, das Ergebnis hier vorzustellen. Ein herzliches Dankeschön zunächst an all die fachkundigen Forenteilnehmer, die mit vielen guten Tipps, Kommentaren und Ratschlägen anderen Selbstbauwilligen unentgeltlich auf die Sprünge helfen. Vieles davon ist bei mir in den letzten Monaten auf fruchtbaren Boden gefallen! Mein erstes Projekt ist nicht sehr umfangreich, dafür hat es auch nur ein paar Wochen vom ersten Sägeschnitt bis zur ersten Probefahrt gedauert. Ein paar Daten: Einer-Kajak aus Okoumé Sperrholz 4mm in Stitch-and-glue Bauweise Länge: ca. 4,45m Breite: ca. 0,64m Leergewicht fahrfertig: ca. 17,5 kg Tiefgang mit 90 kg Paddler ca. 0,11m Bisher erprobte Zuladung: Paddler ab 45 kg, bei 90 kg noch 31,5 kg Gepäck in den Stauräumen Konstruktion: Basisdesign abgekupfert mit Freeship von einem Riss von clcboats (Shearwater 14 Sport von Eric Schade), Rumpfschale aber verrundet aus 8 schmalen statt 4 breiten Planken. Die Formänderung war der Grund, warum ich mir keinen fertigen Plan gekauft habe. Das Boot wurde kurz vor unserem diesjährigen Familien-Sommerurlaub fertig und standesgemäß auf der Brandenburger/Mecklenburger Seenplatte "eingefahren". Mittlerweile hat es deutlich über 100 km unter dem Kiel. Meine längste Paddeltour war immerhin schon 33 km. Dazu muss ich sagen, dass ich noch ziemlicher Paddel-Anfänger bin. "Stationiert" ist das Boot am Starnberger See. Es könnte euch also passieren, dass Ihr mich dort, auf dem Ammersee, oder auf den ruhigeren Flussabschnitten in der Umgebung mal live seht. Wollt Ihr einen Baubericht mit Fotos? Hat jemand schon mal ein ähnliches Boot oder ein ähnliches Design in Deutschland und Umgebung gesehen? Gruß, Martin
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#2
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Hallo,
sieht super aus!!! Baubericht BITTE!!!
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"schützt den Wald...esst mehr Spechte" Grüße vom Elbekilometer 310 Tschau der Christian ![]() |
#3
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Von wollen kann keine Rede sein. Bilder her aber zackig .
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Früher hatte ich Angst im Dunkel- Wenn ich mir heute meine Stromrechnung ansehe, habe ich Angst vor Licht . ![]() |
#4
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Hi!
Sieht nach sehr guter Arbeit aus, Respekt! Viele Grüße blondini P.S.: Mein zweites Boot war das Guillemot von Nick Schade
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viele Grüße Blondini (Blondini, der berühmte Seiltänzer, stürzte während einer Vorstellung in Manchester und fiel in den Löwenkäfig, der bereits in der Manege stand. Die erschreckten Tiere sprangen auseinander und blieben grollend am Gitter. Blondini wurde vom Dompteur aus dem Käfig gezogen und trat schon am Abend wieder auf.) |
#5
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Hallo Martin,
natürlich. Seekajak 5,2 m ; UFO 5,5m und Seekajak 5,2 m ; Kajak 4,4 m ; von links nach rechts Gruß Wilhelm
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#6
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Hallo,
Vielen Dank für die positiven Antworten! @blondini: Die Guillemot Kajaks finde ich auch fast alle wunderschön. Nur für den Einstieg wollte ich was Breiteres in S&G Bauweise haben; ein ganz schlankes Seekajak habe ich mir auch fahrtechnisch noch nicht zugetraut (das sehe ich mittlerweile schon lockerer. Besonders der Night Heron gefällt mir). @Wilhelm: Schön, dass es auch hierzulande Leute wie dich gibt, die kleine Boote selbst bauen und auch darüber berichten. Deine Homepage kenne ich schon. Gerade für mich als bisher nur "Einzelkämpfer" sind solche Informationsquellen sehr willkommen. Ich hoffe, irgendwann mal einige deiner Boote live erleben zu können. So, dann will ich mal ausführlicher über mein eigenes Projekt berichten.Das wird etwas länglich, deshalb mache ich einen Mehrteiler draus. Auf den Boots-Selbstbau kam ich eigentlich über das Stöbern im Internet zum Thema Boote der Pazifikvölker. Die kleineren davon werden sowohl gerudert als auch gesegelt. Gebaut mit minimalem Werkzeug aus wenigen vorhandenen Materialien, und doch für Hochseefahrten verwendet. Die ernsthafte Planung für einen eigenen Bootsbau begann, als ich durch eine Erkrankung im Februar 2012 einige Tage zu Hause verbringen musste. Die Wahl des Projekts Ursprünglich schielte ich nach einem kombinierten Paddel- und Segelboot für 2-4 Personen, musste aber einsehen, dass das im besten Fall ein halbherziger Kompromiss sein kann. Bei meiner ziemlich geringen Erfahrung mit Booten schien auch ein möglichst einfaches Projekt die bessere Wahl zu sein. Auf der Haben-Seite konnte ich vielseitige Erfahrung von anderen Selbstbauprojekten verbuchen, unter anderem über 30 Jahre Flugmodellbau, selbstgebaute GFK-Teile für Flugmodelle und GFK-Motorradkoffer, diverse Holzmöbel, und sogar Amateur-Spiegelteleskope. Der handwerklichen Herausforderung sah ich deshalb gelassen entgegen. Als "Bootswerkstatt" steht mir nur eine überdachte Terrasse im 1. Stock zur Verfügung, Gesamtgröße 5,20 x 3 Meter, an einer Längsseite auf ca. 1m Breite niedriger als Stehhöhe. Der Transport des Bootes sollte nicht nur mit dem Familien-PKW, sondern auch auf meinem Fiat Panda möglich sein. Diese Fakten begrenzten die Bootsdimensionen. Gern hätte ich den eleganten Shearwater Double von Eric Schade gebaut. Mit 5,64 m Länge aber leider eine Kleinigkeit zu groß. Allerdings leicht gekürzt und teilbar eventuell im Bereich des Möglichen, nur dann wieder zu komplex für den Einstieg. Mal sehen, vielleicht als zweites Projekt. Am passendsten erschien mir dann als Einstiegsprojekt das "Shearwater 14 Sport" vom selben Bootsdesigner. Das Boot ist ca. 4,45m lang und etwas breiter, um annähernd die Zuladung eines "normal" langen Seekajaks zu erreichen. Pläne und sogar in Deutschland CNC-gefräste Bausätze kann man bei bergerboote in Berlin bekommen, die offizieller Händler von clcboats sind. Die Abmessungen passen auch gerade noch in meine Werkstatt. Nur das eckige Unterwasserschiff gefiel mir nicht besonders. Erst mal "nur zum Ausprobieren" zeichnete ich einen Dreiseitenriss des Shearwater Sport 14, den ich von der clcboats Homepage hatte, in Freeship nach. Das schien zunächst recht einfach. Auch das Unterteilen der Planken und Einfügen der zusätzlichen Kimmknicke war mit etwas Übung nicht schwer. Das Ergebnis so zu glätten, dass der Rumpf schön strakt und eher noch wichtiger, sich die Planken vernünftig abwickeln lassen und dabei immer auf die Hydrodynamik zu achten, war schon etwas kniffliger. Startschuß zum Eigenbau Letztlich war ich mit dem Ergebnis so zufrieden, dass ich mir zutraute, das Boot nach meiner eigenen Planung mit der doppelten Anzahl Planken im Unterschiff zu bauen. Im Copyshop meiner Schwiegermutter konnte ich auf 90 cm Rollenbreite 1:1 Schnittmuster für die Planken drucken lassen. Die Beplankungsstärke habe ich von Schotten und Hilfsspanten nach dem Drucken zeichnerisch abgezogen, weil mir kein echtes CAD-Programm zur Verfügung steht. Bootsbau-Sperrholz 4mm wurde nun bei S&T bestellt, Harz und Glasgewebe bei Behnke. Mittlerweile war es schon Ende Mai, und für einen Baubeginn im Pfingsturlaub kamen die Materialien und die ausgedruckten Pläne nicht mehr rechtzeitig an. Die gelieferten Platten (ich habe mir einen Vorrat für weitere Projekte schon mitbestellt) mussten wir vom Straßenrand auf die Terasse schaffen. Meine Söhne halfen mit und fragten skeptisch "Papa, diese schlabbrigen dünnen Platten sollen wirklich mal ein stabiles Boot werden?". Ziel war die Fertigstellung bis zum Sommerurlaub Anfang August. Zeit hatte ich nur abends und an den Wochenenden, wobei ich sonntags sowie werktags nach 20 Uhr keine lauten Maschinen verwenden konnte, um die gute Nachbarschaft nicht zu gefährden. Das lässt werktags wenig Zeit zum lärmen, weil ich oft erst nach 18 Uhr nach der Arbeit zu Hause bin. Dafür ist die Werkstatt nur 5m neben der Wohnung. Erstmals bei diesem Bauprojekt machte ich eine Liste mit den Arbeiten und dem geschätzten Zeitaufwand pro Arbeitsschritt. Wie sich später zeigte, hat die insgesamt ziemlich gut gestimmt, wenn auch meine Einschätzung der Arbeitszeit pro Woche etwas zu optimistisch war. Speziell die Einschränkung der lärmintensiven Arbeitszeiten erforderte gute Planung; schon kleine Verzögerungen konnten mich einen ganzen Arbeitstag zurückwerfen. Geändert von Luftschiffer (01.09.2012 um 14:46 Uhr)
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#7
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Los geht's
Am 23.6. begann ich mit den ersten Holzarbeiten: 2 Sperrholzplatten längs trennen und an den Stirnseiten 8:1 zusammen schäften, um die nötige Plankenlänge zu bekommen. Das war an sich kein Problem; Flügelholme für Flugmodelle habe ich vor über 30 Jahren schon geschäftet. Leider machte ich eine Anschrägung an der falschen Seite, das Aussehen des fertig klarlackierten Bootes hätte es merklich gestört. Also etwas kürzen und noch mal. Danach wurden die Schnittmuster auf den Platten befestigt und übertragen (durchstechen und nachzeichnen). Zum Aussägen der Planken kaufte ich trotz vorhandener Stichsäge und Handkreissäge eine Mini-Tauchkreissäge. Das hat sich als gute Wahl herausgestellt, denn damit kann man die leicht gekurvten Planken direkt auf dem Boden sägen, wenn man vorher einige alte Latten unterlegt. Enge Kurven habe ich mit der Stichsäge geschnitten. Die Arbeiten mussten auf unserem sehr schmalen Südbalkon stattfinden. In der prallen Sommersonne war das eine ziemliche Plackerei. Die Mehrarbeit gegenüber einem guten Bausatz mit CNC-gefrästen Teilen schätze ich in dieser Phase auf 22-25 Stunden. Anschließend wurden die Stoßkanten aller Rumpfteile ungefähr im korrekten Winkel angeschrägt und die Innenkanten zusätzlich leicht verrundet, um die Passgenauigkeit zu verbessern und das Verkleben zu erleichtern. Jetzt wird's dreidimensional Nun kam ein spannender Abschnitt: Die Planken zu einem dreidimensionalen Gebilde verbinden. Ich schnitt mir zwei Lagerplatten aus 20mm Styrodur aus, die in zwei Workmates eingespannt und an der Position der Schotten aufgestellt wurden. Die ausgeschnittenen Teile dienten zunächst als Innenform, bis die eigentlichen Schotten aus Holz fertig waren. Es war schon ein erhebender Anblick, als die spätere Bootsform zum ersten Mal vor mir stand. Auch hier gabs kleinere Probleme. Beispiel: Ein Plankenpaar hatte am Heck einen falschen Verlauf, daher musste ich auf einer Seite einen 5mm Keil entfernen und auf der anderen Seite entsprechend Material einfügen. Nix Dramatisches. Nun wurden die Schotten eingepasst, zwei Hilfsspanten in Bug und Heck provisorisch montiert, und Planken und Schotten provisorisch verklebt mit angedicktem Epoxidharz aus der 60ml Einwegspritze - die sind übrigens in der Apotheke billiger gewesen als beim Bootszubehörhandel! Nach dem Aushärten konnten die Drähte entfernt und die Planken endgültig mit gespachtelten Hohlkehlen und Glasgewebe verbunden werden. Es blieb noch die Innenbehandlung der Rumpf-Unterschale, weil man vor dem Aufkleben des Decks sehr viel besser drankommt. Anschließend wurde das Deck gebaut, prinzipiell nach dem gleichen Verfahren. Beim Deck gibt es allerdings zwei mittige Hauptkomponenten sowie zwei schräg angesetzte Seitenplanken. Außerdem ist das Vorderdeck vor der Einstiegsluke stark gewölbt, was geeignete Maßnahmen erfordert. Im Nachhinein etwas unzufrieden bin ich damit, dass ich der Spachtelmasse für die Hohlkehlen kein Holzmehl beigemischt hatte. Sehr gut dokumentiert sind alle Arbeitsschritte in Youtube-Videos von bergerboote, die mir neben anderen Videos und vielen Bautipps sehr geholfen haben. Die "Originale" von clcboats sind zwar etwas professioneller gemacht und auch mit ein paar Gags aufgelockert, aber schon fast 20 Jahre alt und die Arbeitstechnik hat sich ein wenig weiter entwickelt.
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#8
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Hochzeit
Ein spannender und schwieriger Arbeitsschritt war das Verbinden von Rumpfober- und Unterschale. Dies war einer der wenigen Bauabschnitte, bei denen ich Assistenz hatte. Dieses Bootsdesign hat keine Balkweger, sondern die Decksverbindung soll wie die übrigen Verbindungen im Stitch-and-Glue-Verfahren hergestellt werden. Davon bin ich etwas abgewichen: Die Oberschale steht ringsum über und liegt auf dem vorher passend angeschrägten Rand der Unterschale auf. Im Bereich der Stauräume vorn und hinten habe ich aber kleine Hilfsleisten innen auf das Oberdeck geklebt, um den korrekten Sitz zu erzwingen. Nur im Cockpitbereich wurde mit Drahtschlingen gearbeitet, die aber anders als die übrigen nicht entfernt wurden, um innen die Hohlkehlen gleich nass in nass fertig laminieren zu können. Außenhaut Nach dem kompletten Verschleifen der Außenseite mit den geliehenen Festo-Exzenterschleifern (ein Nachbar ist Malermeister - Danke Franz!) konnte laminiert werden. Das ist nichts Neues für mich, wenn ich auch bisher meist in kleinen Negativformen laminiert habe. Da beginnt mann mit Trennmittel, kann den Oberflächenlack zuerst in die Form spritzen und baut die Teile so "von hinten" auf, was die Schleiferei praktisch auf Null reduziert. Nicht so bei diesem Bootsprojekt! Also war der Auftrag weiterer Epoxidharz-Schichten und immer schön zwischendrin Schleifen angesagt. Zuerst mit 80er, zum Schluß mit 220er. An kritischen Stellen natürlich rein manuell, um keine Löcher im Laminat zu erzeugen. Und immer schön das Mantra wiederholen: Schleifen macht Spaß! Schleifen macht Spaß! Schleifen macht Spaß! Schleifen macht Spaß! Schleifen macht Spaß!
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#9
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Schwimmfertig
Natürlich konnte und wollte ich nicht warten, bis Lackierung und Beschläge fertig waren. Sowie das Holz allseits durch Epoxi geschützt und die Außenhaut fertig geglättet war, ging es auf zu ersten Versuchen im Wasser. PU-Hartschaumstücke mussten zunächst Sitz, Rückenlehne und Fußstützen ersetzen. Spritzdecke und Schwimmweste hatte ich mir bereits besorgt. Ebenso ein neues Paddel. Erste Tests im Wasser Eines Abends Mitte Juli war es so weit. Die Surfschule bei St. Heinrich ist die nächstmögliche Einsatzstelle und nur wenige km von unserer Wohnung entfernt. Mein 12jähriger Sohn Jan hatte wie versprochen die Ehre, die erste Runde zu paddeln. Was auch ziemlich gut klappte. Er war natürlich stolz, die erste Probefahrt machen zu dürfen. Dann war ich selbst an der Reihe. Beim Einsteigen kam mir die Angelegenheit erst mal recht wacklig vor, viel Instabiler als bei unserem Hammer Zweier-Faltboot. Das Fahren klappte dann aber ausgezeichnet und ich fühlte mich gleich wohl. Der Geradeauslauf wird immer besser, je schneller man fährt. Nur der Kontakt zum Boot war noch nicht optimal wegen Behelfssitz und -rückenlehne. Meine Frau wollte auch mal eine Runde fahren und war hinterher sogar auch richtig begeistert. Auch mein Sohn meldete den Wunsch nach einer weiteren Runde an. Fazit: Die Arbeit hat sich gelohnt, und ein Boot ist zu wenig ![]() Danach kam aber immer noch einiges an Arbeit auf mich zu: Die Oberflächenbehandlung mit DD-Lack und das Anbringen von Beschlägen, Sitz, Rückenlehne und Fußrasten.
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#10
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Lackierung
Für die Lackierung entschied ich mich für 2k PU-Lack. Der ist gar nicht mehr so einfach zu bekommen, wie ich feststellen musste. Das liegt daran, dass vor allem der Härter alles andere als gesundheitlich unbedenklich eingestuft ist. Verschärfte gesetzliche Regelungen erschweren nun die Abgabe an Privatpersonen. Als Alternative hätte ich 1K-Lack nehmen können. Der schien mir aber nicht kratzfest genug. Ich kann mich noch daran erinnern, dass viele Flugmodellbauer das Zeug vor 25 Jahren noch ziemlich bedenkenlos und ohne besondere Schutzmaßnahmen verarbeitet haben. Beim Auftrag mit Rolle oder Pinsel hat da niemand eine Schutzmaske getragen. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Den Lack habe ich in 400+100ml Gebinden bei bacuplast gekauft. Pro Auftrag habe ich ziemlich genau 250 ml Lack verarbeitet, zusätzlich mit ca. 13% Verdünnung auf optimale Verarbeitung eingestellt. Vor jedem Lackauftrag wurde die Bootsoberfläche mit Staubaufnahme-Gewebe abgewischt und danach mit einem fusselfreien Lappen mit etwas Verdünnung noch mal gereinigt. Ich habe zum Lackauftrag gute Bootslack-Rollen verwendet. Wichtig war, nur kleine Felder zu rollen und zum Schluß immer zum schon vorher aufgetragenen Lack hin. Das hat auch recht gut geklappt. Zwischen den Lackierungen wurde jeweils nass geschliffen, beim ersten Mal mit 400er und zum Schluß mit ganz feinem Schleifpapier. Beschläge Das Boot bekam nun noch die typischen Decksbeschläge eines Seekajaks Alle Metallteile sind aus V4A, um auch mal einen Ausflug ins Meerwasser wagen zu können. Die Riegel für die Luken habe ich mit der Laubsäge aus schwarzem 6mm Plexiglas ausgesägt und dann schön geschliffen. Die Trageknebel sind momentan provisorisch aus PVC-Installationsrohr (das muss noch geändert werden). Wenige Tage vor dem Urlaub bestellte ich mir bei Berger Boote in Berlin noch einen Sitz mit Hüftpolstern, eine Rückenlehne und verstellbare Fußrasten. Die Teile kamen noch rechtzeitig, und das Boot wurde noch vor dem Urlaub betriebsfertig. Sogar für einen kurzen Test im Wasser genügte die Zeit noch. Was für ein Unterschied - jetzt passte das Boot wie ein Schuh, und das merkte man beim Paddeln!
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#11
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Jetzt musste ich erst mal Danke sagen und klicken!
Toller Bericht, tolles Boot!!! |
#12
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Hey, den kenn ich doch! Ein tolles Boot hast du gebaut! Sehen wir uns beim HTT?
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Gruß, Jörg! |
#13
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Hallo Martin,
Respekt, ein tolles Projekt hast Du auf die Beine gestellt und dazu auch noch vorbildlich dokumentiert! Ich habe ganz aufmerksam mitgelesen, da ich ja selber gerade ein Kayak in Leistenbauweise plane und bei 17' Länge noch um die 15Kg hinbekommen möchte. Dein Boot macht mir Mut, dass es klappen könnte ![]() Kannst Du eine Aussage darüber abgeben, wie "weich" der Rumpf bei 4mm Stärke ist? Kannst Du damit problemlos an felsigen Gebieten anlanden? Was für Gewebe hast Du verwendet und welches Harz? Hast Du auch innen Gewebe verlegt? |
#14
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@Cellist:
Danke für die Blumen! @Erposs: Hallo Jörg, die Welt ist anscheinend ziemlich klein! Ich wär wirklich gern zum HTT gekommen, aber leider ist am selben WE mal wieder die Parallelveranstaltung auf dem Almberg, und da kann ich leider nicht wegbleiben. @Matthias: Leistenbauweise ist natürlich noch schöner, und man kann praktisch beliebige Rumpfformen erreichen. Ein großer Unterschied ist, dass man eine stabile Helling und viele formgebende Hilfsspanten braucht, die aber im Prinzip sogar mehrmals verwendet werden könnten. Während sich die Sperrholzstreifen bei S&G schnell zusammen rödeln lassen und das Ganze hinterher erst präzise ausgerichtet wird, muss bei der Leistenbauweise schon die Form 100% passen und jede Leiste sofort korrekt sitzend angeleimt werden. Das geht ganz klar mehr Richtung klassischer Bootsbau. Mach ich vielleicht auch mal. Ich denke, man muss das Bauen wirklich lieben bei dieser Bauweise. Das ist nix für Leute, die ein Boot nur schnell fertig kriegen wollen. Zu deinen Fragen kann ich nur Vermutungen äußern, frag lieber auch noch wirklich erfahrene Leute. Im deutschsprachigen Raum kriegst Du evtl. guten Rat im Seekajakforum. Mein Boot hat im Cockpit und außen jeweils eine Lage 160er Köper-Gewebe, dazu 40mm breite Streifen 225er Gewebe innen auf allen Stoßstellen. der Planken An Harz habe ich das 300er mit Härter 3040 von Bootsservice Behnke genommen. Weich fühlt sich mein Rumpf bei 4mm Holzstärke überhaupt nicht an. Ein Boot in Leistenbauweise dürfte dank überall vorhandener Deckswölbung bei gleicher Materialstärke eher noch steifer sein. Bodenkontakt an einem felsigen Ufer, vor allem bei stärker bewegtem Wasser, wird so ein Boot wohl nicht so leicht wegstecken wie die in Formen geblasenen PE-Boote. Und zwar unter anderem gerade weil es *nicht* weich ist. Mit meinem Boot werde ich zumindest Reviere mit scharfkantigen Steinen oder Felsen meiden. Auch Wildwassertouren werde ich keine unternehmen, dafür ist schon die Bootsform ungeeignet. Ein fahrbares "strip planked" Kajak in 17' Länge mit 15 kg ist meiner Meinung nach schon tendenziell ein Leichtbau. Das ist sicher hinzukriegen und den Kräften beim normalen Fahren dürfte es problemlos gewachsen sein bei sorgfältiger Bauweise. Ob man es bei dieser Gewichtsklasse gleichzeitig robust genug bekommen kann für ein felsiges Fahrtrevier, kann ich dir aber nicht sagen. Gruß, Martin
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#15
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Hallo,
tolles Projekt und eine tolle Arbeit! Vielen Dank für Deine Baubescheibung. Ich wünsche Dir viele wunderschöne Touren mit Deinem Boot. Ich finde es ein bisschen schade, dass Du erst nach Vollendung einen Baubericht veröffentlicht hast. Für uns Mitleser ist es interessanter, wenn wir einen Bau Schritt für Schritt mitverfolgen können und an den Kleinen Aha Erlebnissen direkter teil haben. Trotzdem, Herzlichen Glückwunsch!!!!! .
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Viele Grüße von der Nordseeküste! Michel ___________________________________________ When Iam sailing Iam happy and my wife is happy when Iam happy ... so, my wife is happy every day! Loick Peyron ![]() http://www.youtube.com/watch?v=zxAB-...eature=related !Achte auf Minute 1,20 bis 1,55! |
#16
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Hallo da hast du auf dem Wasser bestimmt schon viel Zustimmung erfahren,die neidischen Blicke anderer Kanuten incl.mir ,Hut ab vor deiner Leistung ,leider bin ich unbegabt so das ich ein Kunstoffkanu fahren muß!Ich schäme mich ja so
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#17
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Hey, da gibts nix zu schämen!
Dafür sieht's bei meinen Paddelkünsten im Moment noch eher weniger toll aus. Ich schau mir neidvoll die Fahrkünste der Wildwasser-Spezialisten an ![]() Für Wildwasser gibts eh nix besseres als 'ne Plastikschüssel, da wär mein Holzboot suboptimal, sowohl Material als auch Form. Oder die Leute, die beim 1000 Seen Marathon die 62km Langstrecke in 6 Stunden paddeln ![]() Oder die Leute, die die Kenterrolle ohne Paddel, nur mit den Händen schaffen ![]() Bei mir hat's bisher nur zur halben Rolle gereicht ![]() ![]() Gruß, Martin |
#18
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Ein wirklich sehr edler Flitzer. Hast du vielleicht im Bau-Prozess Fotos gemacht, die du hier nachträglich zeigen würdest?
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#19
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Hallo Harry,
schau doch mal in den Baubericht " Die "Genähte Bauweise" am Beispiel eines Kajaks " vom 10.10.2009, erstellt von "simpel-BOOT" in diesem Forum Gruß Wilhelm |
#20
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![]() Zitat:
Ich war so von Bauwut ergriffen, dass nur abends oder oft auch nur am nächsten Morgen vor der Fahrt zur Arbeit schnell ein Foto gemacht wurde. Nur bei einigen Arbeitsschritten bat ich meine Frau um ein paar Extrafotos. Mein enger Zeitplan wäre sonst kaum einzuhalten gewesen. Genau das war auch der Grund, dass ich nicht (wie zuerst angedacht) einen baubegleitenden Trööt aufgemacht habe. Ich habe auch keine "neuen" Fehler gemacht, vor denen nicht schon viele Male gewarnt wurde ![]() Die Bauweise is ja nix Besonderes mehr, und es gibt im Internet massenhaft exzellentes Material: Beschreibungen, Fotos, Videos..., und dazu einige gute Bücher. Da muss ich als Einsteiger nicht auch noch meinen ersten Versuch in aller Breite auswalzen. Allerdings kann ich sehr empfehlen, die Suche nach Material auch in den englischen Sprachraum auszudehnen. Mir geht es hier vor allem darum zu zeigen, was dabei rauskommen kann, wenn man sich als Startprojekt auf diese Bauweise einlässt, und dass auch eine Abwandlung eines vorhandenen Designs, mit Augenmaß ausgeführt, ein Erfolg werden kann. Kleiner Exkurs: Anfängern in der Holz- und GFK-Verarbeitung rate ich dringend zu einem guten vorgefertigten Komplettbausatz eines Anbieters, der beim Bau auch mit persönlichen Ratschlägen hilft. Das exakte Befolgen der Bauanleitung ist für einen "Total-Einsteiger" ein absolutes Muss. Und auch, jeden Arbeitsschritt vorher gründlichst zu durchdenken und zu verstehen. Wenn noch jemand spezielle Fragen zu meinem Projekt hat, antworte ich gern. Bei sehr speziellen Fragen gerne auch über eine persönliche Nachricht! Wer das Boot mal "live" begucken will, darf sich auch gern melden. Besonders falls jemand im Raum München und südlich davon auch mit dem Gedanken spielt, sowas zu bauen. Genauso bin ich interessiert, alten Hasen über die Schulter zu sehen (und auch gern mal mit Hand anzulegen ![]() ![]() Einen hab ich noch: Beim nächsten Bauprojekt seid Ihr alle von Anfang an dabei, versprochen! ![]() Ahoi und immer eine Handbreit..., Martin |
#21
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Hallo zusammen.
Bin neu im Forum und suche immer was Neues zum Thema S&G Kajakbau. Habe schon ein Boot gebaut und werde im Winter des Shearwater Double bauen.Hat jemand Erfahrung damit? Möchte auch die Steueranlage selbst bauen hat jemand bilder oder Anleitungen? |
#22
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Hallo Harry,
willkommen im Forum. Ich baue ab Januar ein Night Heron und einen Sea Racer (von Thomasson) in Stripleistenbauweise und habe mir für den Sea Racer eine neue Steuerung ausgedacht, ähnlich wie sie Epic bei ein paar Booten anbietet. Werde in Kürze mehr dazu schreiben. Welche Teile der Steuerung willst Du selbst bauen und aus welchen Materialien? |
#23
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Hi Matthias
Eigentlich will ich alle Teile selbst machen.Hab auf der Seite von Parija-Boote eine PDF Seite von einer Steueranlage gefunden die bemaßt ist.Ich dachte mir das ich zuerst ein Modell aus Sperrholz oder Karton mache und dann das Ganze aus 6mm schwarzen Kunststoff. Leistenbauweise find ich sehr schön ich glaub aber das ich das noch nicht hinbekomme vor allem mit dem Lesen des Planes.Außerdem will ich das Zweier boot zuerst machen damit ich dann mal mit meiner Family fahren kann.Was hat das mit dem Danke auf sich?Wie gesagt ich bin neu und auch sonst in keinem Netzwerk.
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#24
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Kunststoff? Hmm, warum nimmst du nicht einfach das Holzmodell und laminierst es mit Glasfaser?
Kannst Du das PDF mal hier posten? |
#25
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Werd es vielleicht so machen wenn das Modell so wird wie ich es mir denke.Ist mir ja schon fast peinlich weiß aber nicht genau wie ich die PDF von meinen Dateien hierherbekomme,meine Qualitäten liegen eher doch im Handwerk.Zu sehen ist es aber im ebay-shop von Parija-boote unter Escape Rudder Qick Release.Ließ das Halbe Web zu diesem Thema gibt es denn wirklich niemand der einen vernünftigen Plan hat? Die meisten Selbstbauer kommen doch irgendwann an ein Stadium wo Sie eine Steueranlage wollen.Naja lasse mir Morgen die Bilder im Copyshop vergrößern und dann geht das probieren loß.
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