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Segel Technik Technikfragen speziell für Segelboote. |
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Beidrehen, Beiliegen und andere Liegenschaften
Moin ok, tosomen,
ich habe hier im Forum mal nach Beiträgen über Beidrehen und Beiliegen gesucht. Man leider is dor jo nix. Was beidrehen ist, dat weiß tja woll jedeen Segler oder Mobokaptein. Für vorweihnachtliche Landratten und andere, die hier mal reinschnuppern eine ganz kleine Erklärung: Wenn´s ordentlich aufbloht und de Kaffetassens all dör de Kombüse scheppern oder wenn man sich nicht mehr traut mit dem lütten Scheepje gegenanzusegeln, und man ordentlich Platz nach Lee hat (das heißt Platz in die Richtung, in die das Bootje vom Wind vertrieben wird, wenn es keinen Vortrieb mehr hat) dann dreht der gestresste Skipper sein Boot bei. Mobofritzen dampfen gaaaanz langsam gegenan. So langsam, dass das Boot möglichst sinnig (langsam) öber de Wellens krabbelt und man gerade genug Fahrt durchs Wasser macht, dass man noch steuern kann. Wenn so´n Mobo Kaptein sich mit seinem Einbaum quer zur See legen würde, (bei dem Wetter, von dem wir hier reden) dann würde er wahrscheinlich annerntags in der Bild-Zeitung stehen. Segelfritzen fahren das Beidrehmanöver ganz einfach: sie fahren eine ganz normale Wende. dabei wird ja das Groß dicht geholt, wenn man durch den Wind geht, dann allerdings wird die Fock nicht übergeholt, sondern sozusagen verkehrt stehengelassen. Das Ruder legt man nach Luv (das ist für Landrattens ein büschen irreführend : Es bedeutet, dass man das Ruder so legt, dat dat Bootje in den Wind drehen möchte - wenn es könnte.) und kann nun beobachten, dass das Segelscheep quer zu den Seen (Wellen) liegenbleibt und ganz langsam nach Lee vertrieben wird. Die "verkehrte" Fock würde das Boot am liebsten nach achtern drücken, das Groß würde den Eimer am liebsten nach vorn schieben. Das Schöne ist: Wenn das Groß das Bootje nach vorn Richtung Wind schiebt, dann wird seine Wirkung immer geringer und die Wirkung der backstehenden Fock immer größer. Umgekehrt is umgekehrt. Jo, so issas woll. Im Endeffekt treibt das Boot gaanz langsam nach Lee - so 1 bis 2 Knotens - und dadurch, dass der Kiel und das Ruder und das ganze Unterwasserschiff quer durch die See geschoben wird, entsteht an der Luvseite des Bootes eine beruhigte blasige, verwirbelte Wasserfläche, in der die ankommenden Seen geradezu "versinken". Ergebnis: Das Boot liegt durch den Winddruck leicht über und an Bord herrscht sozusagen himmlische Ruhe, nach der vorherigen nervigen Gegenanknüppelei. Am schönsten geht´s übrigens mit´m Folkeboot. (Mon amour) Da geht das - Zack - im Handumdrehn. Tscha. Ich habe das Manöver x-mal geübt und alle die dabeiwaren, waren ganz platt, wie gemütlich es plötzlich an Bord war und wie sehr die aufgewühlte See plötzlich an Schrecken verlor. Man muss es einfach einmal mitgemacht haben. Soveel mol dorto. Ich habe das Beidrehen mit anschließendem Beiliegen (Beidrehen ist das Manöver, Beiliegen nennt man das seitliche Vertreiben, wenn man es längere Zeit macht um zB. abzuwettern) jümmers nur zu Übungszwecken gemacht. Mich würde mal interessieren ob hier so´n paar oole Seebären sünd, die schon mal ernstlich beigelegen haben und welche Erfahrungen sie damit gemacht haben. Oder ist das etwa ein reines Schulbuchmanöver geworden, weil bei den heutigen genauen Wetterberichten kaum noch einer in die Situation kommt, in der er beiliegen muß? Na, denn vertellt mol. Besatzung ausscheiden mit Nüsseknacken!! Alle Mann auf Tastaturstation!! Ich könnte später veelicht mol so ´ne lütte Geschichte vertelln, die davon hannelt, wie usen dütschen Schulgeschwader Neegenteinhunnertdreeunsößtig (1963) tüssen Vigo un Madaira bi starkem Storm met Orkanböens, een paar Dagens beigedreiht legen is. Un as denn twee Schoolfregattens van usen Geschwader leck geslagen würn, hebben wie den Schwanz ingetogen und sünd die ganze Strecke wieder zurückgedampft und haben Lissabon als Nothafen angelaufen. Dor hebben se denn de twee Fregattens wedder klormokt.......... Junge nee. Dor wür ick grad mol twintig Johr old. (Ich könnte später vielleicht einmal so eine kleine Geschicht erzählen, die davon handelt, wie unser deutsches Schulgeschwader 1963 zwischen Vigo und Madeira bei starkem Sturm mit Orkanböen, ein paar Tage beigedreht gelegen ist. Und als denn zwei Schulfregatten leckgeschlagen waren, haben wir den Schwanz eingezogen und sind die ganze Strecke wieder zurückgedampft und haben Lissabon als Nothafen angelaufen. Da haben sie denn die zwei Fregatten wieder klargemacht......) So, nu mal ran Dschungs. Gruß Rolf Ein ganz tolles Weihnachtsgeschenk könntet Ihr mir übrigens machen, wenn mir mal jemand verraten würde, wie man sowas mit einem Finn-Dinghy machen könnte. Das Bootje hat ja man bloß ein Großsegel und einen unerschrockenen Segler an Bord. Na los Jungs, verratet mir mal den Trick.
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Gott schütze uns vor Storm un slechten Wind - un Seelüd, de an Land wat worden sind. Geändert von Chippy (18.12.2009 um 10:41 Uhr)
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#2
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Ich habe das Beiliegen mit dem 470er schon einige Male ausprobiert (nur übungsmäßig - notwendig war es noch nie).
Das hat nicht so toll funktioniert, die Kräftebalance zwischen Anluven und Abfallen war irgendwie nicht ausgeglichen. Ich habe verschiedene Fock- und Ruderstellungen ausprobiert, aber so richtig ruhig gelegen ist die Kiste nie... Vielleicht wird die Sache ja bei stärkerem Wind stabiler....? Gruß Mario
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https://freie-rede-jetzt.de |
#3
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Zitat:
beim so einem hibbeligen 470er ist es m.E. wirklich schlecht möglich. Hierfür wird wohl u.a. auch das Verhältnis der Segelfläche zwischen Fock/Groß von etwa 1/3 (+ Segelohren) verantwortlich sein. Versucht habe ich es mit meinem 470er auch schon mal. Frag mich besser nicht, wie es ausging ... (Rodeo) . Mit größeren Booten habe ich das Manöver ausprobiert, allerdings noch nie bei richtig Schietwetter. Gruß Ralph
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#4
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moin,
hab das schon öfter gemacht... und nicht nur geübt ;) sowohl auf dem mittelmeer / adria, als auch hier aufm see... aufm mittelmeer hat die ganze crew mal ne pause gebraucht zum essen kochen, ausruhen etc, und hier aufm see kommt das einhand schon öfter mal vor, wenn man aufs vorschiff muss, in die kajüte etc. wenns länger dauern könnte... grüße ;) martin
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#5
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Beidrehen und Beiliegen gehört zu den 1. Manövern, die ich mit einem neuen/alten/Charter-Boot mache. Und ich muss sagen, dass es nicht bei jedem Boot geht.
Bei manchen Schiffen liegst du wie in Abrahams Schoss und kannst deinen Kaffee/Bier/Essen gemütlichst und stressfrei zu dir nehmen. Bei anderen Schiffen ist "Essig". Da fällt dir das Boot ab, oder luvt an, ohne sich an die Gesetze des "Beidrehens/Beiliegens" zu halten. Ich habe da schon mit den verschiedensten Einstellungen probiert (reffen der Segel), da ging nix! Irgendwie habe ich das Gefühl, das hängt mit dem Mast zusammen. Je weiter der Mast Richtung Bug, desto weniger kann man beiliegen. Bin wirklich neugierig, was für Ratschläge kommen... LG Peter
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Holzboot! - als hätte ich sonst keine anderen Sorgen... doch! - ein Boot aus GFK
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#6
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Na ja, mit der "Pusteblume" geht das auch ganz gut. Nun nicht bei Sturm, aber wenn man mal aus der Kajüte ein Getränk holen will, oder wenn das Getränk wieder rauswill, oder auch mal eben vor einer Startlinie, oder ... oder... oder.
2006 hatte ich im Urlaub auch ein paar Tage meinen knapp 70jährigen Vater an Bord. Wir waren unterwegs von Barth nach Wieck am Darss, es war ordenlicher, schöner Wind, und es war allerlei Schaum auf dem Bodstedter Bodden, und wir mußten gegenankreuzen (nicht sehr weit, von der Zingster Brücke, aber recht intensiv), wie der Kontrollanruf von zuhause kam. Also fix beigedreht, telefoniert... Min oller Vadder fand es denn doch irgendwie beruhigend, wie zahm die Kiste auch bei gut Wind plözlich sein kann.
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#7
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Zitat:
Bernd |
#8
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Passend zum Thema Schwerwettersegeln ein Bericht auf Seite 17 TO Heft 125 /Juli 2009.
link zum download http://www.trans-ocean.org/to-magazin/index.htm "Drei Artikel im „TO“ Heft über das Verhalten im Sturm. Von denen, die davon gekommen sind. Von denen, die gerollt wurden und verschwunden sind, hört man nichts mehr. Das Problem des Überlebens wird in den Artikeln m. E. nicht deutlich genug angesprochen und deshalb einige Gedanken als Ergänzung. Die letzten Fälle: Unser Freund Mike, ein erfahrener Segler, nach seiner dritten Fahrt von Sydney nach Patagonien, auf direktem Weg von Kap Hoorn östlich nach Australien zwischen 40° und 50°S hatte schon 10 Tage Sturm und lief ab ohne Segel, als er querschlug, dreimal gerollt wurde, das Ruder verlor und nach 4 Tagen aufgefischt wurde. Seine SJ „Carmen“ ging verloren. Die schwedische SJ „Ziru“ auf dem Weg zwischen Neuseeland und Tonga hatte beigedreht und wurde gerollt, dabei ver- letzte sich der Skipper, wurde mit seiner Partnerin abgeborgen, das Schiff aber ging verloren. Seit 40 Jahren segeln meine Frau und ich die meiste Zeit im Pazifik und immer ist die Strecke von Neuseeland zu den tro- pischen Inseln und wieder zurück dabei. Alle paar Jahre gibt es dann mal eine „Bombe“, wie unser Wetterguru James Mc- Gregor das nennt und jedes Mal gehen ei- nige Schiffe verloren und auch wir haben unseren Teil davon abbekommen. Und schon immer war da die beunruhi- gende Frage: Was tun, wenn es noch schlimmer kommt? Wir konnten lange keine Antwort finden. Da haben wir vor etwa 10 Jahren in den USA ein Video von der US Coastgard gese- hen, bei denen 3 verschiedene Jachttypen im Tank mit Wellen gestestet wurden. Es war klar zu sehen, es hängt nur von der Höhe und Steilheit der Wellen ab, geken- tert sind sie alle. Dann wurde alles wiederholt mit den gleichen Wellen, aber mit einem so ge- nannten „Jordan drogue“ am Heck und keine Jacht kenterte mehr. Ziemlich über- zeugend! Normalerweise drehten wir bei, wenn es zu hart wurde, mit stark gerefftem Groß, die Fock geborgen, besonders wenn wir dachten, dass es nicht zu lange dauern würde. Wir haben keinen Windmesser, aber wir wissen, wenn es zuviel wird. Dann wurde das ganze Groß eingeholt und wir trieben vor Topp und Takel, quer zu den Wellen. Wenn es noch mehr wurde, so dass wir die Schläge der Brecher auf dem Rumpf nicht mehr aushalten konnten und das Boot sich zu weit überlegte, liefen wir ab. Die „Aries“ steuerte und wir liefen 6 Knoten, manchmal aber auch 12 Knoten bergab und das wurde brenzlig. Quer- schlagen oder überschlagen kann das Ende sein. Also machten wir uns an die Arbeit. So ein „Jordan drogue“ ist recht arbeits- aufwendig. Für unser 11m Alu-Boot sah das so aus: Am Heck, Port und Stb wurden 16 mm dicke Laschen angeschweißt für Schäkel, an denen die erste 25 m lange und 20 mm dicke Nylonleine mit Hahnepot befestigt wurde. Daran angeschäkelt wurde eine 50 m lange, 20 mm dicke, doppelt geflochtene Leine, auf der 100 kleine Seeanker aus Spinnakertuch aufgespleißt sind und da- hinter angeschäkelt hängt noch ein 15 kg Bleigewicht, in einem Blumentopf selbst gegossen. Die erste Leine wird schon vor der Ab- fahrt angebracht und an Deck seitlich nach vorn geführt und nahe dem Mast an Deck aufgeschossen und festgezurrt. Die zweite Leine mit den Treibankern sitzt auf einer drehbaren Rolle vorne im Kettenkasten, das Bleigewicht ist dort auch verstaut. Bei Bedarf kann die Leine einfach durch die Kajüte bis ins Cockpit gezogen und an die Erste geschäkelt wer- den. Am Ende kommt noch das Gewicht dazu und dann wird alles achtern ausge- fiert. Heute geht es so vor sich: Wenn wir denken, dass es ganz dick kommt und lange dauert, also nicht nur eine Front oder ein Trog, die in einigen Stunden durch sind oder es wird einfach zu hart, um weiter zu segeln, bei zu dre- hen oder abzulaufen, werden alle Segel ge- borgen, alles dicht gemacht, die Pinne mittschiffs festgezurrt, der „Jordan dro- gue“ ausgebracht und wir gehen in die Koje. Wir treiben dann mit 1,5 Knoten, der Bug genau „down wind“ und der Unter- schied ist unglaublich friedlich. Der „Jor- dan drogue“ wirkt wie ein Gummiband und es gibt keine harten Schläge wenn ein Brecher auf das Heck trifft. Manchmal müssen wir aus dem Luk sehen um zu wissen, dass draußen immer noch die Hölle los ist. Wir haben Vertrauen in das System und schlafen und sammeln Kräfte für die Zeit, wenn das Segeln wieder Freude macht." (Ortwin u. Elli Ahrens, SJ „Yahine“, TO-StpktLtr Whangarei, L.: 11,00m, T.: 1,50m, 01/2008)
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"Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet." - Hans Magnus Enzensberger. Geändert von Ricardo (18.12.2009 um 15:49 Uhr) Grund: Autor vergessen
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#9
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Zum Beiliegen wird ausreichend Platz benötigt, noch mehr für Ablaufen.
Sonst läuft man Gefahr, in Legerwall-Situation zu kommen: Du wirst vom Wind auf die Küste (...) geworfen. Beim Küstensegeln z.B. auf der Ostsee ist hier oft nicht viel Platz - dafür aber die Chance, rechtzeitig einen Hafen anzulaufen oder in Lee zur Küste zu kommen (weniger Welle wg. kurzem Fetch/Windwirklänge). Zum Bericht von "Ortwin u. Elli Ahrens" : Leider habe ich die Werte nicht im Kopf, aber es gibt eine Formel, mit welcher über die Höhe des brechenden Teils einer Welle in Relation zur Schiffsbreite der "Kenterpunkt" einer typischen gewichtsstabilen Segelyacht errechnet werden kann. Das Fahren mit "Schlepptauen" setzt Ruder und Cockpit der hereinbrechenden See aus und birgt somit auch Gefahren. Mit modernen Yachten (Kurzkieler) wird (gerade in unseren Küstengewässern, s.o.) das aktive Aussegeln von Wellen empfohlen (siehe einschl. Literatur, z.B. W. Erdmann). Mir ist bislang (klopf auf Holz) keine Situation untergekommen, welche ein Beiliegen (oder Ablaufen) als einzige mögliche Massnahme erforderte. Aktives Aussegeln hatte ich schon, zuletzt vor der NW-Küste Mallorca. Dort hat uns der Ausläufer eines Mistral erwischt. Der N-Wind war zwar kräftig, an sich aber noch nicht gefährlich. Die Welle (freie See bis zur franz. Küste) war gehörig. Bin gespannt, welche Statements noch kommen. Da lerne ich gerne wieder was dazu. Gruß Ralph
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#10
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Korrekt.
Auf der Ostsee würde ich aktiv aussegeln. Langstrecke - und wer weiß wann und ob überhaupt ich jemals Langstrecke segel, werde ich mich irgendwann auch nicht anders Verhalten als Herr Erdmann bei seiner zweiten Nonstop als der Sturm nicht aufhörte: Segel runter, unter Deck und Luken zu. Mit W. Erdmann sich vergleichen, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, würde bedeuten das ich mich endlos überschätzen würde. Der Mann ist seglerisch und mental ein Gigant. Gute Seemanschaft bedeutet die richtige Lösung für Schiff, Crew und Wettersituation zu finden. Das bedeutet für mich Vorsichtig bleiben und keine Experimente bei schwerem Wetter.
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"Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet." - Hans Magnus Enzensberger.
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#11
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...und ich dachte bisher, "Beiliegen" ist ein religiöser Fachausdruck für "Beischlaf"... Danke, dass man hier dazulernen kann!
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Grüße, David Morgen.
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#12
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Das Beiliegen ist das Standardmanöver um das Groß zu reffen oder zu Bergen. Funktioniert auch bei Starkwind immer Bestens, weil kein Druck auf dem Groß ist und das Schiff zu Auftüdeln der Leinen relativ ruhig liegt.
Geht übrigens auch sehr gut mit Kurzkielern, obwohl oft das Gegenteil behauptet wird. Man muss nur mit dem Ruder etwas spielen, bis das Schiff seine Fahrt verloren hat und erst dann auf Luvruder gehen. Zum Weiterfahren einfach Groß dicht holen und eine Halse machen und ab geht die Post. Das Vorsegel kann immer bleiben wie es ist.
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Gruß, Alfred Wenn alle ihren richtigen Vornamen in der Signatur stehen hätten, wäre das schön. Geändert von sailor0646 (18.12.2009 um 18:52 Uhr) |
#13
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moin,
ich hatte das so verstanden, dass Beiliegen kein eigenes Manöver ist, sondern der Endzustand des Beidrehens? die Wende. Fock stehen lassen. Gross rüber. ruder luv. Dann liege ich bei. Oder ist das komplett falsch?
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Grüße, David Morgen.
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#14
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Wenn du ein Klugscheißer sein willst, hast du Recht.
Das Manöver heißt korrekt "Beidrehen zum Beiliegen". Der Zustand nach diesem Manöver heißt "Beiliegen" Das Groß muss übrigens sofort nach dem Beidrehen aufgefiert werden. Es darf keinen Druck mehr bekommen, sonst kommt das Schiff nicht zum Stehen. Das Vorsegel sollte in "Amwindstellung" stehen, also vorher auf Amwind-Kurs gehen.
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Gruß, Alfred Wenn alle ihren richtigen Vornamen in der Signatur stehen hätten, wäre das schön. Geändert von sailor0646 (18.12.2009 um 19:11 Uhr)
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#15
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Nein. Will kein Klugscheisser sein! Will nur wissen, wissen, wissen
Danke für die Info!
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Grüße, David Morgen. |
#16
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Oh, das kennen mein Boot und ich anders. Etwas Druck im Groß ist bei uns erforderlich, um der Lee-Tendenz der backstehenden Fock entgegenzuwirken.
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#17
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Ich verstehe nicht, was du meinst. Natürlich drückt die back stehende Fock nach Lee. Dann nimmt das Schiff Fahrt auf und fährt wegen des Luv Ruders nach Luv. Die Fock fällt ein und das Schiff kommt wieder zum Stehen. Das Ganze beginnt von vorne - das ist Beiliegen. Das Groß braucht es dazu nicht.
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Gruß, Alfred Wenn alle ihren richtigen Vornamen in der Signatur stehen hätten, wäre das schön. |
#18
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Zitat:
Zitat:
ich das Manöver mit der Stellung wie ein Z (für Vorsegel, Groß, Ruderblatt). Vorsegel und Ruderblatt zeigen in die selbe Richtung, das Groß steht entgegengesetzt. Alfred hat das recht anschaulich beschieben (Chippy natürlich oben auch). Und bei Puste's Boot darf man wohl das Groß nicht zu weit aufmachen. Sonst wäre das ja alles zu einfach . Könnten neben dem Verhältnis von Vor- und Großsegel auch die Trägheit vom Boot sowie der Drehpunkt (Segel- vs. Lateralplan) eine Rolle spielen ? Gruß Ralph |
#19
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??
Moin ok, old sailorman,
Zitat:
Gruß Rolf
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Gott schütze uns vor Storm un slechten Wind - un Seelüd, de an Land wat worden sind. |
#20
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Mann oh Mann, old Sailorman,
Zitat:
Gruß Rolf
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Gott schütze uns vor Storm un slechten Wind - un Seelüd, de an Land wat worden sind. |
#21
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Hallo Rolf,
jetzt verstehe ich (als Vertreter des Mittelalters ) was Du ansprichst ... Sollte das Groß zu weit gefiert sein (oder runter), wer treibt das Schiff an? Antrieb wird benötigt, um leicht Fahrt im Schiff zu behalten - sonst hat das Ruderblatt keine Wirkung und das Schiff würde mit dem Heck in den Wind drehen. Oder habe ich da jetzt einen Denkfehler ... ? Gruß Ralph |
#22
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Hallo Rolf und Ralph,
das Beiliegen funktioniert alleine mit Vorsegel und Ruder. Das Groß wird aufgefiert und ist nicht mehr beteiligt. Deswegen kann man es auch wunderbar reffen. Wie oben beschrieben fällt das Schiff immer etwas aus dem Wind nach Lee, nimmt mit dem Vorsegel etwas Fahrt auf und fährt durch das Luv-Ruder wieder in den Wind und bleibt stehen. Dann ist ja alles klar, oder? Beidrehen ist übrigens auch das sinnvollste Manöver um das Schiff bei MOB schnell aufzustoppen. Danach kann man dann entscheiden, ob einfaches treiben lassen zum dem Mann, oder der Mütze führt, oder weitere Maßnahmen gebraucht werden.
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Gruß, Alfred Wenn alle ihren richtigen Vornamen in der Signatur stehen hätten, wäre das schön. Geändert von sailor0646 (19.12.2009 um 00:17 Uhr) |
#23
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Hallo Alfred,
habe es nur mit Fock noch nicht ausprobiert. Sofern das Boot durch die backstehende Fock Fahrt aufnimmt, sollte das wohl gehen. Bei sehr leichten Booten wird man vermutlich schnell in die Halse kommen. Ist das Boot zu träge, könnte die Fock (back) ggf. nicht ausreichen. Meine Vermutung ist, daß es nicht mit jedem Boot so funktioniert. Zum Ausprobieren fehlen mir gerade 200 km an die Küste und ein paar Plusgrade an Aussentemperatur . Gruß Ralph |
#24
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Hallo Ralph,
ich habe es in den letzten Jahrzehnten schon mit vielen Booten, von der Jolle bis zum großen Fahrtenschiff gemacht. Es hat immer funktioniert. Wenn es scheinbar nicht funktioniert, muss man seine Technik mal überdenken.
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Gruß, Alfred Wenn alle ihren richtigen Vornamen in der Signatur stehen hätten, wäre das schön. |
#25
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Zitat:
Aber was macht man denn in den Wettfahrtpausen (um zu Essen, Schlafen, Pinkeln)? Großsegel voll auffieren, Baumniederholer leicht lose (damit die Nock nicht im Wasser hängen bleibt), Gummi-Bullenstander fixiert das Groß etwa querab, das Boot richtet sich quer zum Wind aus. Da das Segel dabei deutlich vor dem Laterialschwerpunkt steht, will das Boot abfallen. Dadurch kommt Druck auf das Achterlik, so daß das Boot wieder leicht anluft. Fast gleicher Effekt, wir Beiliegen. Der unerschrockene Finn-Segler lümmelt sich dann ins Cockpit und kann die Beine hochlegen. Nur das killende Segel ist ist etwas unschön, aber das tut es beim Beiliegen auf dem Dickschiff auch.
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Gruß Stefan
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