#26
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Moin Freunde,
Erfahrungsaustausch ist prima , hoffentlich meldet der Jollensegler nochmal zu Wort Auch für Jollen gelten die hier aufgezeigten Regeln , natürlich etwas kleiner So , ich stell hier mal ein Bild rein , ist an sich selbsterklärend , deshalb nur die Fakten mal aufgezählt . Pflugscharanker 25 Kg. modifiziert (s.O.), Ankerwinsch - Lofranz Caymann 1000 W. mit Fernbedienung, 40 m , 8 mm Kette mit Wirbel + Gelenkverbindung , Reitgewicht , 13 Kg. Beton mit Weithalsschäkel zum nachträglichem Aufsetzen mit Leine , Ankerboje mit Anker fest verbunden , 2. Boje für Bug oder Heckanker. Nicht abgebildet , da im Vorschiff gestaut : Fortess-Plattenanker (Alu) 12 Kg. / 30 m Bleileine 12 mm , mit Kausch u. Schäkel , Ankerball. Mit dieser Ausrüstung haben wir schon stäkste Gwitter abgewettert , und sind noch nie vertrieben worden.
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Es grüßt Dich / Euch der PETER. |
#27
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Re: ...
hallo ps-skipper!
Zitat:
danke für eure antworten! niki |
#28
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Hallo Niki,
Es gibt von den Zubehörherstellern wie Quick z.B. Fernschalter, die man direkt im Cockpit montieren kann. Der Fernschalter wird mit einer Dreidrahtleitung beliebiger Länge mit der Relaisbox verbunden. Es gibt sogar Funkfernbedienungen. Schau mal z.B. bei Schwenckner. Servus Paul |
#29
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Moin Niki,
von der Relais-Box gehen zwei Leitungen zu zwei Steckdosen (gibt es einzeln) , eine im Fahrstand an Oberdeck, die andere vorn am Aufbau. Durch Umstecken der Fernbedienung mit Spiralkabel (liegt auf der Winsch)kann ich die Winsch wahlweise achtern oder am Bug bedienen.
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Es grüßt Dich / Euch der PETER. |
#30
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Zitat:
Vielen Dank für eure Beiträge. Mit den ersten paar konnte ich auch was anfangen Der Beitrag zur modifizierung erscheint mir einleuchtend. Ob ich evtl zu schnell war? Ich weis nicht ob der 7,5 PS das Bootchen schnell rückwärts beschleunigt. Ich glaube es eher nicht. Vorwärts, das habe ich am Schluss auch versucht, wäre es wahrscheinlich möglich. Ich denke schon das es an dem CQR Nachbau liegt. Meinen alter 5kg Plattenanker hat sich als Heckanker weit öfter eingegraben! Nu überlege ich ob es sich für mich lohnt den Pflugschar zu modifizieren oder ob ich ihn als untauglich zu AWN zurückschicken soll. Grüsse Patrick |
#31
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Re: ...
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bei mir wird nix umgesteckt. Der kleine zusätzliche Umschalter im Cockpit ist fest in die Steuersäule eingebaut und mit der Relaisbox verdrahtet. Eigentlich wollte ich einen anderen Punkt ansprechen. Die Fernbedienung mit dem Spiralkabel im Bug liegt bei Dir auf der Winsch. Das hatte ich auch so ähnlich, bis ich beinahe mein Schiff abgefackelt habe. Ich hatte nach dem Ankeraufgehen vergessen, die Ankerwinsch mit dem Hauptschalter vollständig auszuschalten. Während der Fahrt ging meine Frau kurz ins Schiff und stellte dabei fest, dass der große Batterieschalter (gut für 230 A) zu schmelzen begann. In die "wasserdichte" Quick Fernbedienung war Salzwasser eingedrungen und hatte einen Kurzschluss verursacht. Dadurch war die Ankerwinsch in Betrieb gesetzt worden. Der Anker war schon oben, also brieten die Arbeitskontakte des Up-Relais in der Relaisbox zusammen, wodurch die beiden 200 Ah-Gelbatterien kurzgeschlossen wurden. Die Sicherung (300 Ah) ging nicht fliegen, also zerschmolz das Gehäuse des Batterieschalters (Umschalter 1,2 und beide). Wir hatten ein Riesenglück. Jedenfalls bleibt bei uns die Fernbedienung nicht mehr draussen, sondern wird jetzt jedes Mal abgezogen. Die Innereien der Fernbedienung und die Bauausführung sind ein Witz. Das Gehäuse besteht aus dickem Kunststoff und die beiden Hälften sind gut abgedichtet und solide verschraubt. Die Achillesferse sind die Öffnungen für die beiden Schalter. Die Gummikappen sind nur oberflächlich aufgeklebt, was weder dauerhaft hält noch wasserdicht ist. Eingebaut sind zwei Mikroschalterchen der Pfennigsorte, die auf eine 3 x 3 cm großen Platine aufgelötet sind. Die Drähte des Kabels sind ebenfalls aufgelötet. Ich bin jetzt auf der Suche nach einer Fernbedienung aus der Industrie, wie sie für Laufkatzen und Kräne benutzt wird. Was man daraus lernen kann 1. die Sicherung muss zur max. Last der Winsch passen. 2. die Fernbedienungen sind nicht wasserdicht, also während der Fahrt immer abnehmen. 3. Die Winsch nach dem Ankervorgang mit einem eigenen Schalter immer vom Netz trennen. Servus Paul |
#32
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Moin Paul , schöne Diskussion
hmmm , zu 1. Passt glaub ich bei mir - 100 A , träge und ist direket nahe der Batterie verbaut. Zu 2. Meine FB. hat drei Knöpfe .Die R-Box schaltet bei Nichtgebrauch der UP - u. DOWN- Tasten diese nach 10 Sec. ab .Ein Druck auf die Dritte Taste gibt die anderen wieder für 10 Sec frei. (Sicherheitseinrichtung.) Die Steckdose vorn ist wasserdicht . FB verbleibt immer im Fahrstand und wird nur angeschlossen wenn benötigt . Aus dem folgt : ein versehendliches Auslösen ist aus meiner Sicht nicht denkbar . Zu 3. Noch einen Hauptschalter halte ich für überflüssig , die Winsch liegt im Motor-Stromkreis . Bei Stillstand der Maschine wird der Hauptschalter ausgeschaltet.
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Es grüßt Dich / Euch der PETER. |
#33
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Re: ...
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genauso (ähnlich) habe ich gerade beim letzten Törn meine Lewmar 1000W-Winsch abgefackelt!! Vergessen den Hauptschalter auszuschalten,(ich Idiot ), das Spiralkabel wie immer im Kettenkasten verstaut und dann ist die Kette so blöd draufgefallen, dass sie den AUF-Schalter betätigte! Ergebnis: Motor durchgebrannt! Gruss Volker SY JASNA
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Rotwein hat keinen Alkohol! |
#34
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Re: ...
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da war Murphy und seine ganze bucklige Verwandtschaft am wirken. Wenn man so etwas in der Yacht liest, glaubt man es nicht. Die Winsch hinüber ist natürlich sehr ärgerlich, es hätte aber noch schlimmer kommen können. Hast Du auch keine passende Sicherung? Bei mir war der Schaden kleiner: Relaisbox und Batterieumschalter waren verschmort, Batterien leer. Als der erste Schreck vorbei war, haben wir eine Flasche aufgemacht. Ein Tag basteln auf Dominica (statt Indianercamp besuchen ) und weiter gings. Wir hatten beide Glück! Servus Paul |
#35
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Re: ...
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Hatte früher die Original Fernsteuerung mit Steckdose zum Aufschrauben im Ankerkasten montiert und hatte keine Sicgherung drinnen, weil ich mir geschworen habe, immer brav die Fernsteuerung abzuschrauben (kostet ja auch ne ziemliche Kleinigkeit) und den hauptschalter auszuschalten. Dann ist die Handsteuerung verreckt. Habe ich aufgemacht und festgestellt, dass darin ein ganzes Computer-Mäusekino drin untergebracht ist. Als ich aber die entsprechenden 2 Kabel zusammenbrachte, funktionierte die Winsch einwandfrei. Ich also die Sch...teuere Handbedienung abgezwickt, 2 Kippschalter aus dem Ersatzteilkasten geholt, dranmontiert und 5 Jahre lang damit problemlos geankert. Ich hätte vielleicht einfach nur Druckschalter nehmen sollen und keine An/Aus-Schalter, denn genau den hat meine Kette jetzt angeschaltet und sie war einfach zu blöd, die Kette, ihn wieder auszuschalten... Dazu kam, dass mir irgendwann einmal das Kabel an der Steckdose durchkorridiert ist und ich die Steckdose auf See entsorgte und das Schalterkabel direkt verbunden habe. Damit war natürlich nix mehr mit abschrauben und woanders verstauen....Es flog halt einfach im Kettenkasten rum und wurde bei Bedarf nach aussen geholt. Naja - und so kam heuer eins zum anderen: Hauptschalter vergessen Fernsteuerung nicht mehr zum Abschrauben, sondern im Kettenkasten Kipphebel statt Druckhebel Seegang und dann eben das 'Glück', dass die Kette genau auf den Schalter fiel.... Was lernen wir: Nicht immer ist das Provisorium die dauerhafteste Lösung oder Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Zu meinem Glück habe ich bei der Demontage der abgefackelten Winsch dann festgestellt, dass der Motor es auch nicht mehr lange sowieso getan hätte: Er hat sich - rostmässig - schon langsam von aussen nach innen aufgelöst. Wie so sind eigentlich Seewasserfeste Winschmotoren nicht gegen Rost imprägniert????? Bei mir kommt nur noch ne Winsch rein, die gut zugänglich ist und die einfach und übersichtlich zu kontrollieren ist. Ausserdem soll sie auch noch notfalls händisch zu bedienen sein. Favorit: Lofrans Tiger Gruss Volker SY JASNA
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Rotwein hat keinen Alkohol! |
#36
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ich lese eure erfahrungen mit regen interesse! danke dafür!
da ich meine vater, der eine elektrische winsch auf seinen 30er segler nachrüsten will, beraten möchte, habe ich nun eine frage bezüglich extra-batterie für die winsch: -habt ihr extra-batterien -wenn ja: wieviel amp für eine ca. 1000w winsch wo? so nahe wie möglich an der winsch, oder bei den anderen batterien meist nach beim motor - welcher typ von batterie? starter oder versorger? danke für eure ausführungen! lg aus wien niki |
#37
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Hi Volker,
das ist echt eine gute Geschichte. Ich nehme diesmal eine 150A Streifensicherung und einen passenden Halter mit aufs Schiff. Wegen 20 Euro risikiere ich nicht noch einmal mein Schiff. Ich hatte viele Jahre eine Lofrans Tiger mit dem kunstoffbeschichteten Alu-Gehäuse. Unter der Beschichtung ist das Gehäuse im Lauf der Zeit zerbröselt. Ich hab das Gehäuse abgebaut und als Übergangslösung durch eine aufgeschnittenen Plastik-Ölkanne ersetzt, Hat gut gepasst und auch fast eine Saison gehalten. Der Motor war noch gut in Schuss. Auch das Motorengehäuse war nur oberflächlich angerostet. Das hätte man gut wieder hinkriegen können. Die Ersatzteile bei Lofrans sind allerdings nicht ganz billig. Es gab dann drüben aufgrund des schwachen Dollars ein Sonderangebot für die neue Lofrans Tiger 1200 Watt mit dem eloxierten Alugehäuse. Seit 3 Jahren hab ich die nun drauf. Es hätte mich schon sehr geärgert, wenn ich die neue Winsch durch meine Schusseligkeit ruiniert hätte. Lofrans ist wirklich empfehlenswert, aber das Quick-Zubehör ist Billigware. Ich wünsch Dir ein schönes Wochenende. Servus Paul |
#38
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Hallo Niki,
das Thema hatten wir vor nicht allzulanger Zeit hier im Forum. Es gibt Anhänger für beide Lösungen. Bei mir hängt die Winsch an der Starterbatterie, was bedeutet, dass die Kabel zur Winsch natürlich entsprechend dick sein müssen. Sie müssen schließlich 100 Ampere möglichst ohne große Verluste bewältigen. Ich habe einen Segler, aber bei Ankermanövern läuft die Maschine immer mit, d.h. die Lichtmaschine lädt. Ich kann bei Bedarf die Verbraucherbatterien (400 Ah) zur Starterbatterie (100 Ah) zuschalten. Eine andere Lösung wäre es, eine separate Batterie in der Nähe der Winsch zu installieren. Es kommt da sicher auf den Platz an. Im Ankerkasten ist die Batterie wahrscheinlich nicht sehr gut untergebracht. Außerdem bringt sie möglicherweise zusätzliches Gewicht an die falsche Stelle. Die Kabel von der Anker-Batterie zur den anderen Batterien dürfen auch bei dieser Anordnung nicht zu dünn sein, da der mögliche Lade- bzw. Ausgleichsstrom durchaus eine beachtliche Stärke erreichen kann. Einige Kollegen haben hier schon Beispiele für die Berechnung der Kabelstärken reingestellt. Mit der Suchfunktion und dem Stichwort Ankerwinsch kommst Du sicher zu diesen Postings. Servus Paul |
#39
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..ich kann die Bastelei von Volker gut nachvollziehen, bei unserem diesjährigen Segeltörn ist am zweiten Tag ein Kontaktstift der SChraubverbindung am Ankerkasten abgebrochen... da wir schon von der Basis zu weit weg waren, hab ich eine Büroklammer genommen und über eine dreier Lüsterklemme den Anker rauf und runter gelassen.....
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servus dieter ...man sollte nicht immer von sich selbst ausgehen, sondern individuelle Situationen akzeptieren.... |
#40
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Hallo Dieter,
bei Deinem "Scheibenwischermotor mit Angelhaken" geht das noch per Büroklammer. Meine Oma hat immer gesagt: "Dumm darf man sein, aber zu helfen muss man sich wissen". Wir könnten ja mal ins Auge fassen den VdAWP odern den VdAWG (Verein der Ankerwinschprofis bzw. Ankerwinschgeschädigten) zu gründen. Reichen da drei Gründungsmitglieder schon aus. Das Vereinsmotto hätten wir ja schon. Servus und schönes Wochenende Paul |
#41
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Naja, ich hatte auch schon übergangsweise meinen dicksten Schraubenzieher zwischen den beiden entsprechenden fetten Polen des Relais geklemmt und Iza hat oben geschrien, wenn der Anker in Sicht war....
Immer noch besser, als 60m Kette mit der Hand reinzuholen..... Bezüglich Batterien habe ich nur 200 Ah Starter und 420 Ah Verbraucherbatterien, die ich Kreuz und quer zusammenschalten kann. Also habe ich keine Extra-Anker-Batterie und dementsprechend fette Kabel. Trotzdem lasse ich beim Ankermanöver immer den Motor mitlaufen - einerseits wegen des Strombedarfs und andererseits um irgendwelchen Eventualitäten vorzubeugen, die passieren können, wenn der Anker schon ausgebrochen ist. Man legt ja auch manchmal bei Wind ab.... Ausserdem möchte ich schon VORHER wissen, ob der Motor anspringt und nicht erst, wenn ich ohne Anker schon auf's Festland treibe..... Volker SY JASNA
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Rotwein hat keinen Alkohol! |
#42
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Peter Petersik schreibt, er hätte lieber einen Bügelanker.....
Meine Frage: Statt eines CQR-Ankers? Ich weiß, daß der Bügelanker ganz gut ist, denn ich hatte mal selbst einen, über dessen Weiterverkauf ich mich noch heute ärgere. Aber ist der CQR nicht besser? Ich meine den originalen, nicht einen nachgemachten und von AWN gelieferten. Der CQR gleicht doch das Schwoien ganz gut aus durch das Gelenk! Wenn das Boot seine "Pendelbewegungen" über Kette oder Kette und Leine überträgt auf den Anker, gibt der CQR ein wenig nach und folgt dem Zug durch leichte Gelenkdrehungen, bevor die Flunke "genötigt" wird vom Zug der Kette. Hält so ein Anker nicht viel sicherer als der mit einem starren Schaft? Der einzige Nachteil beim (originalen) CQR scheint darin zu liegen, daß eine ungeübte Person sich möglicherweise einen Finger einklemmen könnte, wenn er den Anker am Gelenk faßt, was bei leichteren Modellen immer mal vorkommen kann, denn die werden recht selten über eine Winde bedient. Was haltet ihr eigentlich vom Baas-Ball-Plattenanker? Ich meine den mit der roten und grünen Kugel an der "Parierstange". Der müßte doch immer gut liegen und eine hohe Haltekraft haben, denn er hat eine breitere Flunkenfläche als der Danforth, der im Gegensatz dazu sehr schlanke Flunkenflächen hat. Klappdraggen sind was für Beiboote. Jemand erwähnte seine Rückkehr zum Klappdraggen. Vielleicht meinte er Klappanker. Ich habe den Draggen bei aufkommender Flut im Watt der Nordsee ausprobiert. Kannste echt vergessen, selbst wenn das Teil schwer ist, schreddern die Flunken über'n Schlick. Ganz besonders, wenn der bretthart ist. Hatte damals einen Britany (ich glaube der hieß Marc IV oder so) und einen Bügelanker im Test. Beide waren sehr gut. Im Tidengewässer würde ich mich aber nur wohlfühlen mit einem Ankerreitgewicht, daß man über die Kette laufen läßt ungefähr bis auf die Hälfte der Kettenlänge abfiert und über eine Leine vom Boot aus justieren kann. Was ist mit Bahamian Mooring? (Einsatz eines zweiten Ankers, der an die Kette des ersten angeschäkelt wird. Wurde früher gerne gemacht beim Langzeitankern). Wird das nicht mehr gemacht in der Karibik? Ist doch ziemlich starkwinderprobt das System! |
#43
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Guten Morgen Boomerang,
es gibt immer wieder Tests in Fachzeitschriften, in denen die unterschiedlichen Ankertypen mehr oder weniger objektiv beurteilt werden. Allerdings scheinen mir dieses Test nicht unbedingt praxisgerecht zu sein, zumal sie nicht vom Boot, sondern von Land aus durchgeführt werden. Bei den meisten Skippern ist der richtige Anker wohl neben eigener Erfahrung auch eine Glaubenssache. Der CQR gilt bei vielen als der beste unter den Universalankern. Ich hatte ebenfalls einen, der irgendwann ersetzt werden musste, weil das Auge, in dem der bewegliche Teil mit dem dicken Bolzen gelagert ist, ausgeschlagen war. Ich hatte mich vorher ein paar Mal darüber geärgert, weil er auf Kraut, auf hartem Sand und auf Fels nicht gut bzw. überhaupt nicht hielt. Der Anker legte sich einfach auf die Seite und schlierte über den Grund. Ich hörte von den guten Allroundeigenschaften des Britany Plattenankers, der von französischen Fischern bevorzugt wird und der auch auf vielen französischen Charterbooten zu finden ist. Zusätzlich ist er sehr preiswert. Man bekommt 5 Britany für einen CQR. Jedenfalls war ich vom Britany begeistert. Die beiden sehr scharfen Flunken graben sich gut ein und finden auch hinter Steinen irgendwie meist einen Halt. Auf Kraut ist er allerdings auch nicht gut. In einer Gewitterfront mit teilweise über 60 kn hat er mein gut 12 to schweres Schiff mehrere Stunden gut gehalten. Als weitere gute Eigenschaft des Britany sehe ich, dass er sich schnell wieder eingräbt, wenn er mal losgekommen ist. Allerdings musste ich meinen Britany mittlerweile erneuern, da der Ankerschäft (ich weiß nicht, bei welcher Gelegenheit) auf einmal stark verbogen war. Ich habe einen neuen gekauft, der bei gleichem Gewicht augenscheinlich einen stärkeren Schaft hat. Weitere Erfahrungen machte ich mit einem Bruce-Nachbau. Er hält nicht schlecht, mittlerweile eigentlich ganz gut, weil ich die Flunken schärfer geschliffen habe. Auch bei dem habe ich letztes Jahr den Schaft verbogen. Dieser ist nicht so kräftig ausgebildet, wie beim CQR. Ich halte das für eine Schwachstelle. Die verbogenen Ankerschäfte mögen daher kommen, dass es in der Karibik auch am Ankerplatz häufig tagelang mit 20 bis 25 kn (manchmal auch mehr) weht, das Schiff trotz der konstanten Windrichtung durchaus heftig schwojt und immer wieder mit ziemlicher Vehemenz in das Geschirr einruckt. Wie ich schon schrieb, haben wir fast immer die volle Kettenlänge gesteckt, fahren allerdings kein Reitgewicht. Das Reitgewicht setzen wir beim Zweitanker, der nur einen Kettenvorlauf hat, ein. Mit dem Baas habe ich keine Erfahrung, unser Danforth HT (manchmal als Heck-, manchmal als Zweitanker eingesetzt) macht aber einen guten Job. Die Flunkenfläche ist tatsächlich viel kleiner als z.B. beim Britany. Von Bahamian Mooring habe ich gehört, habe aber keine Erfahrung damit. Wir bringen den Zweitanker immer V-förmig aus. Ausbringen und Einsammeln der Anker ist ein relativ einfaches Manöver. Der Bügelanker hat in der Karibik, besonders unter den Amis, einen geradezu legendären Ruf. Man sieht ihn viel - sogar in Edelstahlausführung - auf großen Segelyachten. Ich stelle mir vor, dass er sich mit der flachen plattenförmigen Flunke besser eingräbt, als der CQR mit seiner Pflugschar. Außerdem denke ich, dass er sich wegen des Bügels leichter in die richtige Position dreht und nicht einfach auf der Seite liegenbleibt. Aber, wie gesagt, das ist Glaube! In Sachen Klappdraggen denke ich wie Du. Wenn der Kollege aber gute Erfahrungen damit gemacht hat, warum nicht. Möglicherweise hat das mit Bootgröße, Gewicht, Leine oder Kette usw. zu tun. Nicht zu vergessen: Als weiteren Anker haben wir einen Fisherman (Admiralitätsanker) an Bord, den ich wegen seines Gewichts und seiner Sperrigkeit wie die Pest hasse und auch noch nie eingesetzt habe. So, das war wieder ein ausführlicher Psalm. Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende. Servus aus dem saukalten und feuchten Bayern Paul |
#44
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Zitat:
...das nennt man Praxiserfahrung...
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servus dieter ...man sollte nicht immer von sich selbst ausgehen, sondern individuelle Situationen akzeptieren.... |
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hast Recht, wer lesen kann ist klar im Vorteil. War auch mehr als Joke gedacht. Der Trick mit der Büroklammer geht natürlich bei jeder Winschgröße. Es werden ja nicht die Schaltkontakte gebrückt. Schöne Woche und servus Paul |
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Zitat:
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servus dieter ...man sollte nicht immer von sich selbst ausgehen, sondern individuelle Situationen akzeptieren.... |
#47
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Zitat:
Seitdem lassen wir den Anker fallen und können ihn danach vergessen. Er hält einfach, ohne Gerödel. Unsere Pflugscharanker, original oder Nachbau - wir hatten beides, konnten wir meilenweit hinter uns herziehen, bis sie endlich hielten, falls überhaupt. Meist begannen die Probleme, wenn die Anker so zwei Jahre alt wurden. Ich habe den Eindruck, daß sich das Gelenk ausschlägt und sich dadurch der Anstellwinkel etwas verändert. Wobei sich das Gelenk auch im Seegang ausschlägt, nicht nur beim Ankern. Als Zweitanker fahren wir einen originalen De Hohne Anker. Der hält auch gut, aber er läßt sich nicht so leicht bedienen. In Verbindung mit einer Kette und einer Winde bräuchte man ein Kettenrohr wie ein Frachter, und ob das auf einer Segelyacht geht? Beste Grüße Ludwig
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Wir alle beginnen unser Leben als Kopie von Kopien, deshalb ist es wichtig, ein Original zu werden. |
#48
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Wir haben unseren Bügelanker auch ins Herz geschlossen, bisher nur einmal einen zweiten Versuch bei stark verkrautetem Grund gebraucht, da hatte sich ein dicker Krautballen genau zwischen Flunke und Stock gelegt. Unser Anker der ersten Wahl - Bügelanker, einen leichten Danforth aus Aluminium für Badestops bei schönem Wetter, fahren wir am Heck. Der Pflugschar liegt unbeschäftigt in der Backskiste rum.
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Gruß Manfred |
#49
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Der richtige Anker ist also mehr als die halbe Miete....
Spaßeshalber habe ich mal bei eBay nach Ankern gesucht, auch deswegen, weil ich mein eigenes Geschirr eventuell ersetzen will. Liebäugle da mit einem Klappanker aus Niro. Bei meiner Suche sind mir folgende Dinge (als Anker deklariert) vor die Nase gesetzt worden, als ich den Suchbegriff "Anker" in der Artikelsuchfunktion verwendete. Hier das erste Bild. Der Anker hat extrem dünnes Blech, ist sehr schlecht geschweißt und hat zudem auf die Flunken aufgeschweißte Verstärkungen, die ein schnelles Eingraben eher verhindern würden. |
#50
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Hier das zweite Bild, daß einen noch deutlicheren Eindruck macht, wie dünn das Blech ist.
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