#1
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Reffen einer Stagreiter-Genua
Ein Servus an die Starkwindsegler,
hat jemand von Euch Erfahrung mit dem "Reffen" eines konventionellen Stagreiter-Vorsegels? Bei mir kommt es manchmal vor, dass der Wind in kurzer Zeit so zunimmt, dass die Genua (Genua 1 hat bei mir die doppelte Fläche wie das Groß) einfach zu groß ist. Ist der Wind (ab 5Bft) aber erst einmal da, komme ich einhand nicht mehr so einfach nach vorne, um mal auf die Schnelle ein kleineres Vorsegel zu setzen. Oder, um es vor dem Anlegen zu bergen. Spätestens dann, wenn Welle ins Spiel kommt, wird das Boot von denen zur Seite gedrückt und dann wird's unangenehm. (Kein Problem, wenn man mindestens zu zweit ist, aber alleine...) Nun überlege ich, einfach den Spibaum-Niederholer als Reffleine für die Genua zu verwenden: am Decksauge anschlagen, am Vorstag entlang über den 2. o. 3. Stagreiter nach oben ziehen, wieder nach unten durch den Block und dann ins Cockpit. Damit könnte ich die Genua sehr einfach reffen. Und dann bei weniger Lage nach vorne huschen. Nur: handele ich mir damit eventuell noch mehr Probleme ein, weil nun eine Art Tasche entsteht, in die der Wind erst recht reinkrallen kann? Oder drückt das Segel dann eventuell nur noch zur Seite statt zu ziehen, weil das Profil weg ist? Oder wäre eine "Bergeleine" zum Komplett-Runterholen die beste Lösung? Hat so etwas jemand von Euch schon mal ausprobiert? Was war Eure Erfahrung? Gruß Tilo |
#2
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Hi Tilo!!!
Ich fahre die TopReff-Anlage (bzw. den Vorläufer) ...bin aber nicht unbedingt Starkwindsegler das vordere Segel... die Baumfock hat nix damit zu tun sieht so aus hier Details zu der Anlage http://www.top-reff.de/rollfock1.html ist natürlich kein Rollreff (!!!), aber zum Bergen oder Verkleinern bei starken Böen ideal (vom Cockpit aus) und unten nochmal ein Detailbild... |
#3
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hallo Tilo, ich kann Dir für die Delantagenua eigentlich nur eine Rolleinrichtung empfehlen. Auch wenn Du die Genua vorne zum reffen runterbekommst, hast Du keine Möglichkeit über die Genuaschot das Achterliek zu kontrollieren, weil einfach der Hoölepunkt zu niedrig wird. Bei 5bft segeln wir z.B. nur noch ohne Groß und damit läßt sich die Delanta einfach besser steuern, wobei für Kurse hoch am Wind die Genua dann auch schon zu groß ist.
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handbreit .... Rolf |
#4
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Also, äähm...wir setzen bei unsicheren Wetterverhältnissen eher direkt die Fock und schlagen die Genua evtl. unten an der Reling an.
Mit Fock und Groß sind wir bei etwas Wind schnell auf Rumpfgeschwindigkeit und beim Wenden geht die Fock sowieso viel besser rüber als die Genua wegen dem Babystag. |
#5
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Hallo Tilo,
Vorsegel reffen mit Bindereff geht im Prinzip, habe das mal vor ..zig Jahren auf einem Schiff gehabt. ABER: Das Segel war dafür mit Verstärkungen und Kauschen genau wie beim Großsegel versehen. Der Reffvorgang ging dann über zweite Schot anschlagen, Segel runter, Hals einhängen (war am Bugbeschlag ein Haken vorhanden), Rest einwickeln und Reffbändsel rum. Also im Prinzip machbar. Ich fahre seit Jahren einen Fockwickler von TopReff, wie ihn Markus beschrieben hat. Nur nicht so kompliziert mit Heißleine einhängen und so, sondern ganz normal mit dem alten Fall, das jetzt eben den Kopfwirbel hochzieht. Vorteil ist, dass alle Segel ohne Änderung weitergefahren werden konnten. Reffen ist damit aber nicht drin, es ist eben eine Weg-Stau-Anlage, Leine ziehen und weg isses. Aber ungemein praktisch bei auffrischendem Wind, vor dem Hafen usw. Gesegelt wird dann erstmal nur unter Groß, was bei kleineren Kreuzern ja gut geht. Kosten damals ca. 1.200 DM für neues Vorstag ca. 10 m mit den Wirbeln und der Rolle. Ansonsten wie bei Chris ... bei mehr Wind oder zu erwartendem Wind .. gleich Fock anschlagen, geht ja Ruck-Zug bei Stagreitern, kein Liekfummeln und so, außerdem ist die Fock aus stärkerem Tuch, tut ihr bei Wind besser .. tboat |
#6
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Natürlich ist man beim vorsorglichen Setzen der Fock auf der sicheren Seite... aber:
Auslöser meiner Überlegung war die Einhand-Regatta letztes Wochenende. Da setzt man eben alles, was geht, sch... auf die Möglichkeit von Gewitterböen. Die 4Bft. waren für die Genua am Wind gerade noch passend. Platt vor dem Laken aber hätte sie ruhig noch größer sein dürfen. Und da wir öfters mal mit plötzlichen Gewitterböen zu tun haben, überlege ich mir nun einen Notbehelf, um das Fahren der Genua für solche Situationen sicherer zu machen. Klar, natürlich ist das Top-Reff die Ideal-Lösung, scheidet aber bei mir bis auf weiteres aus. Daher die Idee mit dem Behelfs-Reff... ist natürlich nicht optimal, das ist mir auch klar. Ich würde aber gerne wissen, ob das nicht sogar eher zusätzliche Probleme mit sich bringt. Daher meine Frage an Euch, bevor ich mit dieser Konstruktion zum Testen bei Gewitter rausfahre. Gruß Tilo |
#7
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Reffen einer Stagreiter-Genua
Moin,
Zitat:
OK, Du schriebst Ganua doppelte Fläche wie das Groß. Aber Du schreibst auch, dass Du wegen des entsteneden Sackes mit Problemen rechnest. Vortieb wird der Sack oder Bauch am Wind nicht bringen, aber nenneswerte Lage auch nicht, da er ja weit unten ist. Dagegen habe ich verstanden, dass Du den Baum in solchen Situationen permanent am 2ten oder 3ten Stagreiter fahren willst. Wird nun auch gewicht nach oben kommen - in der Regatta willst Du doch sowas nicht. Und ein anderes Schothorn und Schot brauchst Du auch, da andernfalls Dein Segel am Wind nix mehr bringt. Ob Du das zusätzliche gebändsel willst? Vieleicht mit noch einer weiteren Hilfsleine beim Reffen die Schot zum neuen Schothorn zupfen Denke um ein Rollsystem oder Reffkauschen kommst Du nicht umhin. bei Letzterem mußt Du aber auch nach Vorne. Gruß E. Schulze |
#8
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Ooops, nein, keinen Baum. Nur die Leine (den umfunktionierten Spibaumniederholer), um die ersten Stagreiter nach unten ziehen zu können.
Das Reff im Groß wäre dabei bereits drin - das geht bei mir ja wirklich ruck-zuck. Gruß Tilo |
#9
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Reffen einer Stagreiter-Genua
Moin,
Zitat:
Also einfach mal mit dem ersten Stagreiter ausprobieren. Wird etwas komisch aussehen, aber Du kannst es doch einfach mal außerhalb der Regatta vrsuchen. IMO müßte der Holepunkt der Schoten aber nach vorne versetzt werden, damit das Achterliek halbwegs stimmt. Bercihte dann doch mal was bei rumgekommen ist. Gruß E. Schulze |
#10
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Servus Tilo,
Dehler hatte mal eine reffbare Genua im Angebot für die Serie Optima 101 bis Dehler 34. Es gab wie beim Großsegel eine Reffkausch im Vorliek und eine am Achterliek/Schothorn. Habe dieses System selbst gefahren und war damit als "Fahrtensegler" zufrieden. Das Ganze funktionierte so: Genuafall fieren, nach vorne sprinten, Reffkausch am Bugbeschlag einpicken, Schot umschäkeln in das "neue" Schothorn, Holepunkt neu einstellen, nach achtern sprinten, Genuafall dichtknallen, Schoten dicht und dann wieder nach vorne um das Unterliek mit den Reffbändseln zu versorgen. Dauert bloß 5 bis 10 Minuten. Das ganze in einer Gewitterboe mit Regenschauer.... Viel Spaß bei der 32. Einhand im nächsten Jahr Ciao Hans Peter
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Ciao Hans Peter *Allen, die mich kennen, gebe Gott, was sie mir gönnen* |
#11
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Hallo Tilo,
reffen würde ich die Genua nicht da deine Fock mit Sicherheit bei stärkeren Wind besser steht. Aber es geht Dir ja wohl auch darum, das Du, wenn der Wind Dich überrascht, es einfacher hast, die Segel zu wechseln. Ich kenne das Problem auch da ich fast immer alleine bin. Ich fiere dann immer die Großschot, schmeiße die Genuaschot los, dann geht es gut auf dem Vordeck. Die Fock ist natürlich schon angeschlagen bei solchen Wetterlagen. Habe allerdings auch ein doppeltest Vorstaak und so ist es auch kein Problem. Allerdings kostet es etwas Zeit und Geschwindigkeit aber ich segel auch keine Regatten...höchstens mal zur Haifischbar |
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